Strickprojekte im Detail fotografieren
Einleitung
Du hast ein kompliziertes Muster gestrickt und willst jetzt Fotos davon machen, um es der Welt im Detail vorzuführen? Wenn du einfach drauf los fotografierst, kommt dabei vermutlich ein unscharfes Foto heraus, das der wahren Schönheit des Strickstücks kaum gerecht wird.
Um gute Nahaufnahmen von Strickprojekten zu machen, müssen wir uns ein wenig mit dem Bereich Makro-Fotografie auseinander setzen. Makro-Aufnahmen sind besonders detaillierte Nahaufnahmen. Du brauchst keine professionelle Kameraausstattung, um gute Makro-Aufnahmen zu machen. Bloß ein paar alltägliche Gegenstände, die du vielleicht schon zur Hand hast oder zumindest günstig besorgen kannst.
Zubehör
- Digitalkamera mit Makro-Modus (in der Bedienungsanleitung oder online im technischen Datenblatt nachsehen)
- Lichtkasten (s. Anleitung unten)
- Stativ
- Lichtquelle
Lichtkasten
Ein Lichtkasten erlaubt es dir, das Licht zu streuen und damit beim Fotografieren bessere Ergebnisse zu erzielen. Professionelle Fotografen benutzen aufwändigere Schirme, aber für unsere Zwecke reicht dieser selbst gebastelte Lichtkasten.
Material
- Besorge dir einen Pappkarton von mindestens 30×30cm Größe (gibt es umsonst in praktisch jedem Supermarkt)
- Pauspapier oder Pergamentpapier (dünner weißer Baumwollstoff geht auch)
- Klebeband
- ein Teppichmesser oder eine scharfe Schere
- weißer Plakatkarton
Bastelanleitung
- Schneide an drei Seiten des Kartons große Quadrate aus, sodass an den Rändern noch 3-5cm stehen bleiben
- Klebe Pauspapier (oder Stoff) über jede der offenen Seiten
- Klebe den weißen Plakatkarton innen oben in die Box, als Hintergrund für die Fotos
Beleuchtung
Für das Ausleuchten des Kastens gibt es verschiedene Möglichkeiten, je nachdem, welche Lampen du zur Hand hast. Man muss sich nicht unbedingt Blitzgeräte oder eine Sonderausstattung zulegen. Wenn du dich näher mit dem Thema Fotografie beschäftigen willst, kann eine spezielle Ausrüstung sinnvoll sein, aber hier geht es erstmal nur um einen günstigen Weg, gute Nahaufnahmen zu machen.
- Benutze ein Blitzlichtgerät, dass an die Kamera angeschlossen wird
- Dafür muss die Kamera mit einem entsprechenden Anschluss ausgerüstet sein, und kein eingebautes Blitzlicht haben. Wenn du kein externes Blitzlichtgerät hast, benutz eine der anderen Varianten
- Benutze eine Tischlampe, die sehr nah an den Lichtkasten gestellt wird
- Benutze eine Schreibtischlampe, die auf eine der Papier- (oder Stoff-)bedeckten Seiten des Kastens gerichtet wird
Unser Ziel ist es, alles Licht durch das Papier (oder den Stoff) zu streuen. Wenn du nicht mit einem externen Blitz arbeitest, solltest du den eingebauten Blitz der Kamera ausschalten. Wenn du den externen Blitz benutzt, dann richte ihn von außen auf den Lichtkasten.
| ohne Blitz fotografiert: | mit Blitz fotografiert: |
|---|---|
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Die Beleuchtung kann beim Fotografieren das Ergebnis stark beeinflussen. Am besten probierst du verschieden Orte für die Lichtquelle aus, eventuell versuchst du es auch mit verschiedenen Glühbirnen, bis du mit dem Ergebnis zufrieden bist.
Stativ
Ein Stativ ist für diese Art der Fotografie unerlässlich. Als Mensch kannst du die Kamera einfach nicht ruhig genug halten. Wenn Du kein Stativ hast, solltest du dir eins besorgen. Falls du dir keins leisten kannst, tut es auch ein Stapel Bücher oder eine Tischoberfläche in der richtigen Höhe. Damit hast du aber nicht soviel Kontrolle über die Kamera wie mit einem Stativ.
Kamera-Einstellungen
Makro-Modus
Der Makro-Modus (meistens durch eine Tulpe symbolisiert) erlaubt es dir, sehr nah an dein Motiv heranzugehen und trotzdem scharfe Bilder davon aufzunehmen. Wenn du den Makro-Modus nicht benutzt, wirst du das Maschenbild nicht richtig erkennen können.
In der Bedienungsanleitung deiner Kamera steht, wie du den Makro-Modus einschaltest. Anleitung verloren? Die meisten Kamerahersteller stellen ihre Anleitungen mittlerweile online zur Verfügung. Geh einfach auf die entsprechende Webseite und suche anhand der Modellnummer nach deiner Kamera. Oder geh zum Fotofachhändler vor Ort, der kennt sich normalerweise auch mit so etwas aus.
Manuelle Einstellungen
Bestimmte Aspekte lassen sich an vielen Kameras manuell einstellen. Am interessantesten ist für uns der Weißabgleich.
Beim Weißabgleich sagen wir der Kamera, welche Art von Lichtquelle wir benutzen, damit die Farben möglichst naturgetreu wiedergegeben werden. Ist es ein sonniger Tag, bewölkt, oder fotografieren wir drinnen? Weil wir drinnen sind und künstliches Licht benutzen, stellen wir die Kamera auf Kunstlicht ein (meistens durch eine Glühbirne gekennzeichnet).
Auch hier kann ein Blick in die Bedienungsanleitung weiter helfen. Die meisten Digitalkameras bieten neben dem automatischen Weißabgleich verschiedene Einstellungen je nach Lichtquelle an. Wenn die Farben auf deinen Fotos von den wirklichen Farben abweichen, probiere einfach ein paar Einstellungen aus, bis die Farben wieder stimmen.
Weißabgleich auf Kunstlichtquelle eingestellt:

Selbstauslöser
Benutze den Selbstauslöser deiner Kamera. Selbst mit einem Stativ kann das Foto noch durch das Drücken des Auslösers verwackeln. Mit dem Selbstauslöser hört die Kamera auf zu wackeln, bevor das Foto aufgenommen wird. Bei vielen Kameras kann man die Verzögerungszeit einstellen, sodass du nicht immer 10 Sekunden vor jeder Aufnahme warten musst. (Bei meiner Kamera sind es zwei Sekunden.)
Fotos von Maschenproben
Maschenproben fotografiert man am Besten senkrecht, indem man sie auf einem stabilen Hintergrund feststeckt.
- Benutze ein rechteckiges Stück Schaumstoff aus dem Bastelgeschäft
- Bedecke es mit einem Stück schwarzen oder grauen Filz, damit die Maschenprobe eine passende Hintergrundfarbe hat.
- Befestige die Maschenprobe mit Stecknadeln
Ergebnis
So sieht der fertige Aufbau aus:
Quelle:
How to Take Detailed Photos of your Knitting von E B
Aus dem Englischen übersetzt von Annkari.
Lizenz: Attribution-ShareAlike 2.5
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