Strickmasche

Die Maschenprobe

Bevor es mit dem Stricken losgeht, sollte eine Maschenprobe angefertigt werden, damit das Strickstück auch wirklich passt, wenn es fertig ist. Dafür wird mit Nadeln in der angegebenen Stärke und dem angegebenen Garn ein Probestück von etwa 12x12cm gestrickt. Dabei in dem Muster arbeiten, das bei der Maschenprobe angegeben ist! (Dies stimmt nicht immer mit dem Muster der Anleitung überein.)

Am genauesten ist es, diese Maschenprobe vor dem Ausmessen so zu behandeln, wie später auch das Strickstück behandelt wird: soll es z.B. ein Pullover werden, wird dieser später vermutlich in der Maschine gewaschen. Also wird auch die Maschenprobe vorher gewaschen, getrocknet und erst danach ausgemessen.

Bei vielen Garnen, die sich durchs Waschen nicht besonders verändern (z.B. Wolle-Acryl-Gemische), reicht es allerdings aus, die Maschenprobe leicht anzufeuchten, zu spannen (z.B. auf dem Bügelbrett), trocknen zu lassen und dann zu messen.

Dabei werden in der Mitte der Maschenprobe 10 x 10cm ausgemessen. Jetzt wird abgezählt, wieviele Maschen auf 10cm Breite und wieviele Reihen auf 10cm Höhe vorhanden sind. Stimmt die Zahl mit der angegebenen Maschenprobe überein, kann es jetzt schon mit dem Stricken losgehen.

Hat man weniger Maschen/ Reihen, als angegeben, dann ist die Maschenprobe zu locker gestrickt, und sollte mit dünneren Nadeln (0,5-1mm kleinerer Durchmesser) noch einmal gestrickt werden. Bei mehr Maschen/ Reihen als angegeben strickt man die Maschenprobe mit dickeren Nadeln (0,5-1mm) noch einmal.

Manchmal stimmt zwar die Maschenzahl mit der Anleitung überein, aber die Reihenzahl nicht (oder umgekehrt). Meistens ist es wichtiger, dass die Maschenzahl korrekt ist. Ein Blick in die Anleitung verrät schnell, wie wichtig die korrekte Reihenzahl ist:

Steht dort häufig so etwas wie: “Nach 10cm …” oder “In 45cm Höhe …”, dann darf die Reihenzahl der Maschenprobe ruhig etwas abweichen, und man richtet sich dafür nach den Zentimeterangaben. Liest man allerdings Anweisungen wie “10x in jeder 4. Reihe …”, dann sollte die Reihenzahl der Maschenprobe möglichst genau mit der angegebenen Zahl übereinstimmen – sonst muss man die Anweisungen der Anleitungen der eigenen Maschenprobe entsprechend umrechnen.

Wenn es eine Naturfaser ist, die verstrickt wird, kann man beim Spannen vor dem Zusammennähen ein bisschen mogeln, indem man das Strickstück in der Länge stärker spannt als in der Breite (oder umgekehrt). Damit kann man ausgleichen, dass man mehr Reihen (oder Maschen) auf 10cm hat als angegeben. Weniger Reihen (oder Maschen) lassen sich natürlich schlecht “wegmogeln”. ;)

Das Umrechnen ist aber auch nicht besonders schwierig, falls die (Maschen- oder) Reihenzahl nicht übereinstimmt: Wenn in der Anleitung z.B. 22 Reihen angegeben sind auf 10cm, und ich habe 24 Reihen, dann stricke ich statt 22 angegebenen Reihen eben 24, statt 11 angegebenen Reihen 12 usw., das heisst, ich teile die angegebene Reihenzahl durch 22 (Reihen aus der Maschenprobe in der Anleitung) und nehme das Ergebnis mal 24 (Reihen aus der eigenen Maschenprobe). Wenn eine krumme Zahl rauskommt, wird gerundet: 3,2 Reihen = 3 Reihen; 4,7 Reihen = 5 Reihen.

Natürlich zwingt Dich niemand, eine Maschenprobe zu stricken. Dann beschwer’ Dich aber bitte auch nicht, wenn der Pulli nachher nicht passt.