Maschenprobe aus BFL
Dienstag, 17. Februar 2009 7:14
Ja, Ihr seht richtig, ein ganzer Beitrag nur über eine Maschenprobe. Maschenprobenverweigerer können allerdings beruhigt sein, eigentlich geht es hier nämlich ums Spinnen und Zwirnen. Genauer gesagt um die Frage “Wieviel Drall ist zuviel?”
Letzte Woche habe ich aus ein paar Resten BFL auf meiner Spule ein 3-fädiges Garn navajo-gezwirnt, zu Testzwecken mit deutlich mehr Drall als üblich. Vor dem Waschen sah das Garn hoffnungslos überdreht aus, nach dem Waschen war der Strang erstaunlich ausgeglichen und der Faden schön weich.
Blieb noch die Frage, wie sich das Garn beim Stricken benimmt: hält es die Form, oder verzieht sich das Gestrickte und gibt dem Ausdruck freeform eine ganz neue Bedeutung?
Hier kommt die Maschenprobe ins Spiel. Gestrickt mit Nadelstärke 2,25 mm sah das Ganze vor dem Waschen so aus:
Ein bisschen krumpelig, und im oberen Teil schmaler als unten (das liegt hauptsächlich daran, dass der Faden dort dünner war, ich spinne nämlich noch nicht so fürchterlich gleimäßig).
Die Maschenprobe habe ich dann auch nochmal gewaschen und anschließend ganz normal trocknen lassen (also nicht aufgespannt). So sieht das Ergebnis aus:
Sieht doch ganz ordentlich aus, oder? (Von den Fehlern im Lochmuster mal abgesehen, *hüstel*).
Fazit: Gesponnenes Garn muss nach dem Zwirnen nicht direkt als gerade hängender Strang von der Spule hüpfen — vor allem, wenn die Einzelfäden vor dem Zwirnen eine Weile geruht haben. Das Waschen reaktiviert den Spinndrall der Einzelfäden und gleicht einen Teil des Spinndralls wieder aus.
Gerade bei Garnen, die später nicht pillen sollen und stärkeren Belastungen ausgesetzt sind (z.B. Sockengarn) lohnt sich ein bisschen Extra-Drall.
Thema: Stricken | Kommentare (3) | Autor: Annkari







