Beitrags-Archiv für die Kategorie 'Strickbücher'

Omas Strickgeheimnisse

Freitag, 6. März 2009 17:05

Strickbücher kann man nie genug haben, vor allem welche mit Mustern zum Nachschlagen. Deshalb ist beim letzten Online-Shopping-Ausflug dieses Buch in meinem Einkaufswagen gelandet:

Omas Strickgeheimnisse

200 bezaubernde Muster verspricht das Buch, im Wesentlichen sind es Ajour- und Reliefmuster, ein paar Zopfmuster (meist in Lochmuster eingebunden) finden sich aber auch.

Viele der Muster kannte ich noch nicht, und die blumigen Namen wie „Nachteulenköpfchen“ oder „Mandelkern und Fischgrätlein“ tragen ihren Teil zum Charme des Buches ein.

Zu jedem Muster gibt es klare und deutliche Abbildungen. Zuerst dachte ich ja, der Fotograf hätte Schwierigkeiten mit seinem Weißabgleich gehabt, aber vorne im Buch wird erklärt, dass fast alle Abbildungen nachträglich eingefärbte Schwarzweißbilder sind. Ob das nun nötig gewesen wäre weiß ich nicht, vielleicht hätten die Herausgeber es sonst zu langweilig gefunden — mir persönlich gefällt dieser Bunte-Sonnenbrillen-Effekt nicht so wirklich.

Was mich viel mehr stört ist allerdings die obskure Strickschrift (die Muster sind ausschließlich in Strickschrift angegeben und nicht in Worten erklärt). Aus mir unerfindlichen Gründen nutzt das Buch keine der bekannten Zeichen für gängige Maschen (z.B. leere Kästchen für rechte Maschen, Punkte oder waagerechte Striche für linke Maschen, Kreise für Umschläge etc.), sondern komplett eigene Symbole, die leider auch auf weißem Hintergrund statt auf Kästchen abgedruckt sind. Dadurch lassen sich die Muster sehr schlecht lesen — vor allem mit einem Kreis als Symbol für rechte Maschen wird das Ganze recht schnell unübersichtlich.

Bevor ich Muster aus diesem Buch nacharbeite, würde ich auf jeden Fall erst die Strickschrift in mir verständliche Zeichen umschreiben.

Bei dem günstigen Preis kann man diese Mankos allerdings getrost in Kauf nehmen, finde ich.

Omas Strickgeheimnisse ist 2008 in 2. Auflage im Rosenheimer Verlagshaus erschienen und kostet 14,95€.

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Boutique Knits

Samstag, 14. Februar 2009 6:28


Neulich kam Strickpost ins Haus geflattert:
Boutique Knits von Laura Irwin.

20 Anleitungen für Schals, Mützen, Handschuhe und Taschen mit ausgefallenen Design-Elementen, dazu Tipps zum Einsatz von Verschlüssen, Schmuck-Verzierungen und eigenen Etiketten.

Zu jeder Anleitung gibt es mindestens zwei Fotos, die das Projekt als Ganzes und wichtige Details deutlich darstellen (schade eigentlich, das so etwas erwähnenswert ist — leider habe ich das auch schon ganz anders erlebt).

Besonders der Sideways Grande Hat hat es mir angetan, den musste ich direkt anschlagen. Ja, das ist so knallig pink, wie es auf dem Foto rauskommt. Schmuddelbraunherbstfarbene Mützen habe ich jetzt nämlich genug.

Die Maschenproben-Angabe bei der Anleitung ist übrigens mit Vorsicht zu genießen: Den Kommentaren auf Ravelry nach hat wohl kaum jemand mit Nadelstärke 6 mm und Garn in der Originalstärke die 22,5 Maschen auf 10 cm Rippenmuster hinbekommen. Ich musste auch auf 5 mm und deutlich dünneres Garn wechseln, bevor’s passte. 

Auch direkt in meine Warteschlange gewandert sind die Teak Bittersweet Gauntlets. Warum muss ich mir eigentlich ausgerechnet gegen Ende des Winters in solche Anleitungen vergucken?

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Jetzt wirds heimelig

Mittwoch, 25. Juni 2008 6:03

Neulich beim Stricktreffen gab’s Geschenke!

Kirsten hat Platz in ihrem Bücherregal gemacht und uns ein paar der aussortierten Werke mitgebracht. Für Chra gab’s ein Buch übers Spitzenstricken, und ich habe ein Anleitungsheft für gestrickte und gehäkelte Decken abgestaubt: Anne Orr’s Afghans to Crochet and Knit.

Nein, in absehbarer Zeit werde ich trotzdem keine Sofadecken stricken. Aber allein für die einzelnen Motive hebe ich solche Hefte gern auf: Blüten, Verzierungen, Buchstabenvorlagen, … Irgendwann kann ich die bestimmt gut gebrauchen. Und wer weiß, vielleicht überkommt mich ja doch noch eines Tages die Deckenstrickwut.

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Baby Surprise Jacket

Sonntag, 18. November 2007 15:25

Vor ein paar Wochen habe ich endlich „The Opinionated Knitter“ von Elizabeth Zimmermann im Briefkasten gehabt. Nach „A Knitter’s Almanac“ und „Knitting Without Tears“ ist das mein drittes Buch von ihr, und ich finde sie alle sehr empfehlenswert.“The Opinionated Knitter“ hatte ich mir hauptsächlich wegen der Anleitung für das Baby Surprise Jacket bestellt. Die Konstruktion finde ich nämlich total spannend: die ganze Jacke wird in einem Stück gestrickt und am Ende Origami-mäßig in Jackenform gefaltet. Beim Stricken glaubt man lange Zeit nicht dran, dass aus diesem unförmigen Etwas mal eine Jacke wird, aber es stimmt!So sah die Jacke zwischendurch aus:Baby Surprise Jacket - ZwischenstandUnd so sieht sie aus, wenn sie fertig ist (gemodelt von der bezaubernden Lily):Baby Surprise JacketLeider habe ich mich bei der Maschenprobe vertan, statt der benötigten 24 Maschen habe ich eher 28 Maschen auf 10cm. Deshalb passt die Jacke auch bei Lily so gut … ein Baby würde aber wohl nicht rein passen. Keine Ahnung, was mir da beim Ausmessen durch den Kopf gegangen ist.War trotzdem ein nettes Projekt, die Design-Ideen von Elizabeth Zimmermann sind immer wieder verblüffend. Die Jacke stricke ich bestimmt auch nochmal (dann aber mit passender Maschenprobe).

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Strick-Anekdoten?!

Donnerstag, 31. Mai 2007 6:00

Gestern habe ich in gemischter Runde (Stricker und Nicht-Stricker) davon erzählt, dass bei Stephanie Pearl-McPhees letzter Lesung in Toronto mal wieder eine Buchhandlung von strickbegeisterten Leserinnen überrannt wurde.

Wie üblich hatten die Verantwortlichen in der Buchhandlung wohl gedacht „Die schreibt Bücher übers Stricken, wieviele Leute werden da schon kommen?“ und nur auf Drängen der Verlegerin ca. 100 Stühle aufgestellt. Dann kamen über 300 Stricker.

Die meisten wurden dann hinter Absperrungen eingepfercht, damit es keinen Streit um die Stühle gibt. Als ob Stricker sich in so einer Situation aufregen würden! Wir haben doch alle unser Strickzeug dabei, um uns zu beschäftigen, während wir in langen Schlangen auf Einlass irgendwo warten. Und überhaupt sind strickende Leute doch eher als friedlich einzustufen, auch wenn sie spitze Nadeln dabei haben.

Jedenfalls waren da wohl einige Kunden in der Buchhandlung, die von den Buchhändlern wissen wollten, was es mit dem Menschenauflauf auf sich hat.

„Hier liest heute die Autorin Stephanie Pearl-McPhee.“
„Wer ist denn das?“
„Ach, die schreibt Bücher übers Stricken.“
„Übers Stricken?!“
„Ja, genau. Ich verstehe das auch nicht. Wir haben doch so viele Stühle aufgestellt!“

Ein Nicht-Stricker in meiner Runde gestern konnte sich das auch nicht vorstellen.

„Da liest eine aus Strickbüchern vor?“
„Ja, das sind ja keine Bücher mit Strickanleitungen. Mehr so mit Geschichten und Anekdoten übers Stricken.“
„Anekdoten übers Stricken?! Da kann ich mir überhaupt nix drunter vorstellen.“
„Das war grad eine.“

Bücher von Stephanie Pearl-McPhee:
Buchbesprechung: Stephanie Pearl-McPhee Casts Off
At Knit’s End, The Secret Life of a Knitter und Knitting Rules!

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A Treasury of Knitting Patterns

Samstag, 26. Mai 2007 10:56

Bei Martina gibt es jetzt alle vier Bände von Barbara Walkers A Treasury of Knitting Patterns für jeweils 30€ zu bestellen.

Wie, Du hast noch nie von Walkers berühmter Strickmustersammlung gehört? Dann geh‘ Dir schnell das Walker Treasury Project angucken! Hier werden Muster aus ihren Büchern gestrickt, fotografiert und kategorisiert, damit man schneller findet, wonach man sucht.

So kann man leicht nach Rippenmustern, Zöpfen oder Ajourmustern sortieren, oder über die Suchfunktion nach Mustern mit einer bestimmten Maschenzahl oder aus einem bestimmten Garn suchen.

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Buchbesprechung: Stephanie Pearl-McPhee Casts Off

Montag, 14. Mai 2007 18:07

Stephanie Pearl-McPhee, auch bekannt als Yarn Harlot, hat ein viertes Buch heraus gebracht: Stephanie Pearl-McPhee Casts Off: The Yarn Harlot’s Guide to the Land of Knitting

Das Buch ist ein Reiseführer ins Land des Strickens: In ihrem bekannt humoristischen Stil beschreibt Pearl-McPhee die Einwohner, Geschichte, Politik und Kultur dieses Landes.

Ähnlich wie schon in Knitting Rules! gibt es viele Listen mit Tipps, z.B. fünf Wege, einen Besuch im Wollgeschäft zu überstehen, ohne (zuviel) Geld auszugeben. Dazu kommen kurze Texte über namhafte Strickerinnen wie Nancy Bush oder Elizabeth Zimmermann, Essays über diverse Aspekte des Strickens und lustige Zitate.

Dabei durchzieht ein Briefwechsel wie ein roter Faden das Buch: es geht um Alice, die in eine neue Stadt gezogen ist, und durch eine Strickrunde neue Freunde findet. Obwohl sie vorher noch nie gestrickt hat, verfällt sie schnell der Stricksucht und schreibt Familie und Freunden von ihren neuen Erfahrungen.

Mein Eindruck

Von dem neuen Buch bin ich persönlich ziemlich enttäuscht. Wenn man Pearl-McPhees frühere Bücher schon kennt, ist aus vielen Witzen und Anekdoten schon ein bisschen die Luft raus. Über Startitis, die Größe ihres Garnvorrats und ihr Verhältnis zu Nicht-Strickern habe ich in Yarn Harlot: The Secret Life of a Knitter und Knitting Rules! schon genug gelesen.

Dazu kommt das schlechte Design. Das neue Buch hat das gleiche Format wie Knitting Rules! Allerdings ist es innen in dunkelgrün gehalten, was das Lesen an vielen Stellen erschwert. (Schwarz auf dunkelgrün, zum Teil noch in Pseudo-Schreibschrift gesetzt, lässt sich nunmal nur schlecht erkennen.) Auch die Illustrationen erscheinen mir recht lieblos gestaltet, das ist allerdings sicher eine Geschmacksfrage.

Insgesamt wirkt mir das Buch zu unruhig. Bei den vielen Listen, Einschüben, Briefen und Zitaten habe ich den Eindruck, dass hier einfach viele Textbausteine aus anderen Büchern und dem Blog neu zusammen gemixt wurden, ohne das daraus ein harmonisches Ganzes entsteht.

Fazit

Die Idee, ein Buch übers Stricken als Reiseführer aufzuziehen, finde ich im Grunde genommen ganz originell. Leider ist am Ende eher so etwas wie ein Marco Polo Taschenreiseführer heraus gekommen statt eines Lonely Planet Guides, den Pearl-McPhee als Inspiration anführt.

Wer noch nicht so viel von Pearl-McPhee gelesen hat, ihren Humor mag und kleine Lesehappen längeren Texten vorzieht, der ist mit diesem Buch gut bedient. Und als Geschenk für Stricker, die „schon alles haben“, eignet es sich bestimmt auch.

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