Beitrags-Archiv für die Kategorie 'im Wollgeschäft'

Geht das so mit?

Dienstag, 21. November 2006 5:00

Heute hatte ich gleich mehrere Kundinnen, die mich ein bisschen an meinem Verstand zweifeln ließen. Jedes Mal lief die Unterhaltung in etwa so ab:

Die Kundin bringt ihre Wolle zum Bezahlen an den Tresen.

Ich rechne alles zusammen, schreibe eine Quittung und frage: “Möchten Sie dafür eine Tüte, oder geht das noch so mit?”

Kundin: “Das stecke ich noch so ein.”

Ich kassiere das Geld, gebe Wechselgeld raus und lege die Knäuel vor der Kundin auf den Tresen.

Kundin: “Könnte ich dazu eine Tüte haben?”

Beim ersten Mal habe ich mir ja noch nichts dabei gedacht, aber nachdem das dreimal in einer Stunde vorkam, bin ich doch lieber erstmal einen Kaffee trinken gegangen. :D

Thema: im Wollgeschäft | Kommentare (2) | Autor: Annkari

Rauchzeichen

Mittwoch, 15. November 2006 10:36

Neulich hat eine Kundin drei Wollknäule zurückgebracht. Beim Öffnen der Tüte dachte ich fast, ich wäre in einer Kneipe gelandet: so ein widerlicher Gestank von kaltem Rauch schlug mir da entgegen. Die Kundin hat natürlich trotzdem ihr Geld zurück bekommen, aber zurück ins Regal legen mochte ich die Knäule nun wirklich nicht. *schüttel*

Andere Kunden haben mir von einem Wollgeschäft erzählt, in dem alles Garn so stinkt. Die Besitzerin raucht nämlich im Wollladen. Ob da wohl ausschließlich Raucherinnen einkaufen? Bei solchen Geschichten bin ich mal wieder froh, dass ich mit dem Rauchen schon vor fünfeinhalb Jahren aufgehört habe. :D

Thema: im Wollgeschäft | Kommentare (7) | Autor: Annkari

Etikettenschwindel?

Mittwoch, 18. Oktober 2006 21:31

Die Firma Silk Road stellt hauptsächlich Naturtextilien aus Seide und Leinen her. Wegen der großen Nachfrage nach günstigeren Alternativen gibt es allerdings auch Halstücher aus Acryl, für 15€ das Stück.

Diese Tücher hängen auch bei uns draußen vorm Wollgeschäft. Jetzt kommt es wieder öfter vor, dass eine Kundin reinkommt und sagt: “Ich hätte gern eins von Ihren Seidentüchern draußen.” Weil wir auch noch Seiden-Crash-Tücher dort hängen haben, frage ich vorsichtshalber nach, welches Tuch gemeint ist.

Kundin: Na, diese gemusterten da!
ich: Das sind keine Seidentücher, die sind aus Acryl.
Kundin: Ach Quatsch! Da steht Seide dran! Habe ich doch genau gesehen.
ich: Ja, das Etikett führt öfter zu Verwirrungen. Die Firma heißt nämlich Silk Road; die Tücher sind aber trotzdem aus Acryl.
Kundin: Nein, nein, das kann gar nicht sein! Kommen sie mal mit raus, ich zeige Ihnen das!
ich tapere brav hinter der Kundin hinterher.
Kundin: Da! Sehen Sie?! Seide!
ich gucke mir zusammen mir der Kundin schweigend das Etikett an, bis der Groschen bei ihr fällt.

Das Etikett besteht aus diesen drei Zeilen:

SILK
ROAD
100% Acrylic

Kundin: Oh.

Im letzten Jahr hat mich eine Kundin dafür richtiggehend angebrüllt. Das wäre ja Etikettenschwindel und Betrug und überhaupt. Die Firma dürfte gar nicht so heißen, wenn sie nicht ausschließlich Seide verarbeiten würde. Und was uns denn einfiele, so etwas zu verkaufen.

Mag ja sein, dass die Etiketten nicht so ganz geschickt gestaltet sind. Aber wer nimmt denn bitteschön ein Acryltuch (100% Kunstfaser) in die Hand, und glaubt allen Ernstes, das wäre Seide?

Thema: im Wollgeschäft, Stricken | Kommentare (1) | Autor: Annkari

im Wollgeschäft

Donnerstag, 28. September 2006 18:00

Heute hatte ich das folgende Gespräch mit einer älteren Dame:

Kundin: Ich hätte gerne Strumpfgarn.
ich: *zwei Knäule hinhaltend* Wir haben das in schneeweiß und in naturweiß, welches darf es denn sein?
Kundin: *nimmt ein Knäuel in die Hand* Hmmm … Und das ist Strumpfgarn?
ich: Ja, das ist Strumpfgarn.
Kundin: *beäugt ihr Knäuel misstrauisch* Steht denn da auch Strumpfgarn drauf?
ich: Joa, ich denke schon.

Die Kundin starrt weiterhin missmutig auf die Banderole des Knäuels in ihrer Hand. Ich gucke mir mein Knäuel genauer an und stelle fest, dass das Wort “Strumpfgarn” oder “Sockengarn” oder ähnliches tatsächlich gar nicht auftaucht.

ich: Oh, so direkt steht das da gar nicht drauf. Ich versichere Ihnen aber, dass das Strumpfgarn ist.

Die Kundin guckt mich an, als wollte ich ihr madiges Fleisch andrehen.

ich: *verunsichert* Ja, also, wenn Sie mir das nicht glauben mögen, dass das hier Strumpfgarn ist … *überleg* Hier, unsere Farbkarten! Da sind die Strümpfe drauf abgebildet, die aus diesem Garn gestrickt werden.

Mit der Farbkarte mit den bunten Socken als Schutzschild zwischen mir und der Kundin mache ich einen Schritt auf sie zu.

Kundin: Die Socken sind ja bunt! Das will ich aber nicht!
ich: Keine Sorge, wenn Sie das weiße Garn nehmen, werden Ihre Socken auch weiß und nicht bunt.
Kundin: Na gut, dann will ich das mal nehmen.

Warum glauben die Kunden eigentlich so oft, wir würden das Blaue vom Himmel herunter lügen? Passiert Euch das häufiger in Wollgeschäften, dass Euch Bouclégarn als Sockengarn angedreht wird oder so?

Thema: im Wollgeschäft, Stricken | Kommentare (2) | Autor: Annkari

Freitag, 8. September 2006 12:27

Vielen Dank für die verständnisvollen Kommentare zu meiner Geschichte vom Mittwoch!

Natürlich sind die allermeisten Kunden sehr nett, und es macht viel Spaß, mit denen gemeinsam Ideen für neue Projekte auszuknobeln und passende Wolle auszusuchen.

Geschichten wie diese hier sind schon Ausnahmefälle. Die habe ich auch eher zur allgemeinen Erbauung hier geschildert. :D Wenn ich mich über solche Kunden lange ärgern würde, müsst ich mir dringend einen anderen Job suchen! Zumal ja das Weihnachtsgeschäft bald bevor steht …

[...]

Thema: im Wollgeschäft, Uncategorized | Kommentare (1) | Autor: Annkari

Geschichten aus dem Wollgeschäft

Mittwoch, 6. September 2006 18:22

Manchmal weiß ich gar nicht mehr, was ich zu meinen Kundinnen noch sagen soll … Heute war wieder so ein Tag:

Kundin: Wo haben Sie denn Ihre Strumpfwolle?
ich: *zeig* Hier. Das ganze Regal hier ist Strumpfwolle.
Kundin (guckt auf die Preise): Waaas?! So teuer ist die? Ich bin doch nicht Krösus! Ich kriege bloß Hartz IV!
ich: Also, ab 5,90€ aufwärts bekommen Sie Wolle für ein Paar Socken. Die sind dann auch waschmaschinenfest, filzfrei und farbecht. Und selbstgestrickte Socken halten auch jahrelang.
Kundin: Nein, nein, nein, das geht nicht. Ich muss bis Weihnachten noch 16 Paar Socken stricken!
ich (erstaunt): Und dafür bekommen Sie nichts von demjenigen, der die in Auftrag gegeben hat?
Kundin: Nein. Ich habe mit meinem Sohn gewettet, und jetzt muss ich 16 Paar Socken stricken.
ich: Wenn es denn nicht so sehr auf die Qualität der Socken ankommt …
Kundin: Doch, doch, er soll die auch tragen!
ich: … dann können Sie mal im Supermarkt gucken: Famila hat sehr günstige Sockenwolle im Angebot. Die Socken halten dann zwar nicht so lange, aber wenn es Ihnen nur um die Wette geht?
Kundin (aufgebracht): Ich muss die Socken stricken, damit mein Sohn lernt, dass man nicht wetten soll!

Hmm, gute Idee! Ich bringe meinen Kindern bei, dass sie nicht wetten sollen, indem ich Wetten mit ihnen abschließe? Und dann auch noch welche, über die ich mir vorher nicht genug Gedanken gemacht habe? Und sobald ich dann feststelle, dass es doch nicht ganz so billig ist, mal eben Sockenwolle für 16 Paar Socken zu kaufen, mache ich eben einen Aufstand im Wollgeschäft. Schließlich bin ich ja nicht Krösus, da müssen die mir doch die Wolle billiger! Oder etwa nicht?!

Ich habe der guten Dame dann noch mal die Vor- und Nachteile der Markenwolle und des Supermarktangebots aufgezählt und ihr dann klar gemacht, dass die Entscheidung letztlich bei ihr liegt. Kurz darauf ist sie dann mit den Worten “Dann muss ich mir jetzt wohl graue Haare wachsen lassen!” davon gestürmt.

Wie gesagt, bei manchen Kundinnen fehlen mir einfach die Worte.

Thema: im Wollgeschäft, Uncategorized | Kommentare (6) | Autor: Annkari