Beitrags-Archiv für die Kategorie 'im Wollgeschäft'

Mehrwehrtsteuer

Mittwoch, 10. Januar 2007 20:29

Wenn mich in den nächsten Tagen noch ein Kunde fragt, ob die Wolle eigentlich teurer geworden ist, und mir dann nicht glaubt, wenn ich erkläre, dass die Lana Grossa Garne nicht teurer werden (weder jetzt noch später im Jahr), dann fließt Blut.

Man kann den Kunden richtig ansehen, dass sie sich schon auf ihre Schimpftirade freuen: Alles wird teurer, so eine Unverschämtheit, denkt denn keiner an die kleinen Leute, blablabla. Und dann besitze ich doch die Dreistigkeit, ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dann motzen sie eben darüber, dass das ja wohl nicht stimmen kann mit den stabilen Wollpreisen.

Übrigens gilt ganz allgemein: Liebe Leute, wenn Ihr mir sowieso nicht glaubt, was ich auf Eure Fragen antworte (außer es ist exakt das, was Ihr hören wollt), dann fragt halt gar nicht erst.

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Schein und Sein

Mittwoch, 27. Dezember 2006 14:55

Die Innenstadt ist heute voller als in den Tagen vor dem Fest. Zwischen den ganzen Geschenkeumtauschern und Nach-Weihnachten-ist-doch-alles-reduziert-Schnäppchenjägern ist kaum ein Vorankommen.

Und wer nicht an den Weihnachtsmann glaubt, glaubt auch sonst nix: Gerade hatte ich eine Kundin, die mir partout nicht abnahm, dass die Farben im (Papier-)Katalog je nach Beleuchtung, Hintergrund und Druckqualität immer leicht von den Farben der Wolldecken im wirklichen Leben abweichen. Allein schon, weil Papier Farbe anders aufnimmt als Wolle.

Auch der direkte Vergleich von abgebildeten und vorrätigen Decken schaffte kein Vertrauen in meine Argumentation. Da hätte dann vielleicht doch ein Tütchen gesunder Menschenverstand unterm Baum liegen sollen?

Ich hoffe, Ihr habt die Festtage alle heil überstanden und widmet Euch mit frischem Elan den Herausforderungen des neuen Jahres.

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Muttersöhnchen

Freitag, 22. Dezember 2006 19:22

Heute hatte ich gleich drei junge Männer (so um die 25) kurz hintereinander im Laden, die zu Weihnachten noch schnell Sockenwolle für ihre Mutter gekauft haben. Alle drei hatten so überhaupt gar keine Ahnung, was sie da eigentlich kaufen, und wieviel man da wohl brauchen könnte. Das war richtig niedlich! 😀

Ansonsten war es auch heute wie in den letzten Wochen erstaunlich ruhig. Nicht nur bei uns, auch die ganze Innenstadt war lange nicht so voll wie in den letzten Jahren. Mir solls recht sein, weniger Weihnachtsstress ist immer gut.

Allen, die übers Wochenende nicht mehr an den Computer gehen, wünsche ich schonmal Frohe Festtage. Bei den anderen melde ich mich nochmal. 😉

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Erste!

Mittwoch, 6. Dezember 2006 17:05

Heute hatten wir die erste Kundin, die nach den neuen Sommergarnen gefragt hat.

„Die kommen im Februar.“

„Was, im Februar erst?!“

o.O

Und ich war grad froh, meinen Winterpulli fertig zu haben … Vielen Dank Euch allen für die lieben Kommentare! Ich bin immer noch stolz wie Oskar, dass mir der Pulli so gut gelungen ist. ;-D

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Es geht auf Weihnachten zu

Donnerstag, 30. November 2006 5:00

… da werden die Kunden irgendwie gereizter. Heute kam wieder eine Dame mit einer Garnbanderole und wollte noch ein Knäuel nachkaufen. Da es das Garn in über zwanzig verschiedenen Farben gibt, hat meine Kollegin freundlich gefragt, um welchen Farbton es sich handelt. (Dann muss sie nicht so lange suchen, und es geht für die Kundin auch schneller.)

Verbiesterte Antwort der Kundin: „Steht das nicht da auf der Banderole drauf?!“ Man hörte die Verachtung ob der vermeintlichen Unfähigkeit meiner Kollegin deutlich raus.

Liebe Wollkundschaft: Nein, auf der Banderole steht nicht drauf, ob es blaue, grüne oder gelbkarierte Wolle ist. Da steht bloß eine Farbnummer, z.B. 514. Und bei einem Angebot von 40 verschiedenen Garnqualitäten mit jeweils 10-20 verschiedenen Farben haben wir nun nicht bei allen im Kopf, welcher Farbton welcher Nummer entspricht.

Wenn also das nächste Mal eine Verkäuferin fragt, welche Farbe das gewünschte Garn hat, könnte eine sinnvolle Antwort lauten:

  • „Rostrot.“
  • „Blau oder Lila, so genau weiß ich das nicht mehr.“
  • „Oh, das weiß ich gar nicht, ich soll das Garn bloß für jemanden mitbringen.“

Weniger hilfreich:

  • „Das steht doch auf der Banderole, können Sie denn nicht lesen?!“
  • „Das müssen Sie doch wissen, Sie arbeiten ja schließlich hier!“
  • „Woher soll ich denn das wissen?! Hach, das ist aber auch immer kompliziert bei Ihnen!“

Im Zweifel können wir natürlich immer noch auf der Farbkarte nachsehen. Das dauert bloß einen kleinen Moment länger, und die geneigte Kundschaft wartet schließlich nicht gern. 😉

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Lana Grossa Aktionswochen

Dienstag, 28. November 2006 5:00

In den nächsten Wochen gibt es das Sockengarn Meilenweit zum Aktionspreis von 4€ (statt regulär 5,95-6,95€). Allerdings nur in „ausgewählten Farben“ – bei uns sind das hauptsächlich die Garne aus der Reihe Meilenweit Scala. Trotzdem natürlich ein Super-Schnäppchen, gerade wenn man zu Weihnachten noch schnell ein paar Socken zum Verschenken stricken möchte.

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Die nächste, bitte!

Freitag, 24. November 2006 5:00

NummernzettelBei uns im Wollgeschäft kann man sich auch Wolle zurück legen lassen. Die Kunden bekommen dann einen Zettel mit einer Nummer mit, so ähnlich wie die Wartezettel in der Fleischerei (gibt’s die überhaupt noch?). Die zurück gelegte Wolle hat die gleiche Nummer. So können wir sie schnell finden, wenn sie abgeholt werden soll.

So weit, so gut. Blöd ist es nur, wenn Kunden ihre Zettel verlieren oder zu Hause vergessen. Dann kann die Sucherei ziemlich lange dauern. Vor allem, weil sich erstaunlich wenige Kunden daran erinnern, welche Wolle sie eigentlich gerade verarbeiten. Dass man sich den Namen nicht merkt, kann ich ja noch verstehen. Aber oft wissen die Kunden nicht einmal mehr, welche Farbe die Wolle hatte, ob sie einfarbig oder mehrfarbig war, dick oder dünn, zwei oder zwanzig Knäule. Stricken die alle mit geschlossenen Augen?

Ein Bekannter hat vorgeschlagen, die Wolle doch lieber auf den Namen der Kunden zurück zu legen. Den eigenen Namen, so sein Argument, vergäße man schließlich nicht.

Ha! Aus leidgeprüfter Erfahrung im Buchhandel kann ich sagen: Ihr würdet es nicht glauben! Das Buch ist nicht zu finden? Hmm, vielleicht war das Buch gar nicht auf den eigenen Namen bestellt, sondern auf den des Ex-Manns. Oder der Schwiegermutter. Oder der Schwester des Schwipp-Schwagers. Oder Nachbars Lumpi. Oder doch bei der Buchhandlung um die Ecke?

Auch keine perfekte Lösung also. Vielleicht sollten wir die Nummern auf Geldscheine schreiben, damit die Kunden sie nicht so leicht verlieren? Aber dann werden sie vermutlich aus Versehen ausgegeben. Oder wir hängen sie an so große, schwere Holzklötze, wie in manchen Hotels die Schlüssel. Die gehen bestimmt auch nicht so schnell verloren. Fällt Euch noch was ein?

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