Beitrags-Archiv für die Kategorie 'FO (Fertiges)'

Leaving, 2. Versuch

Mittwoch, 18. Juni 2014 14:55

Vor drei Jahren habe ich schon einmal Leaving von Anne Hanson gestrickt – damals als Strickjacke:

leaving_front

Leider habe ich die Jacke kurz darauf versehentlich zu heiß gewaschen, und jetzt hat sie Kindergröße und lässt sich aufrecht hinstellen. *heul*

Deshalb, und weil ich die Pullovervariante von Anfang an mal ausprobieren wollte, gibts jetzt Leaving #2.

leaving_again_front

Die Anleitung ist großartig: Verständlich geschrieben, mit Diagrammen für den Musterteil und Schemazeichnungen für alle wichtigen Maße. Das Muster ist interessant zu stricken, aber nicht übermäßig kompliziert – auf jeden Fall Stricktreff-geeignet!

Bei diesem Projekt habe ich zum ersten Mal die iPad-App knitCompanion ausprobiert: sagenhaft! Braucht zwar ein bisschen Zeit, bis man sich eingefuchst hat, aber dann ist es wirklich komfortabel. Die Anleitung kann in verschiedene Bereiche aufgeteilt und beliebig neu zusammen gestückelt werden, und das allerbeste: für die Diagramme gibt es Highlights, die die aktuelle Reihe markieren und mit einem Klick hochwandern. Keine Klebezettelorgien mehr!

Bisher gibt es die App nur auf Englisch, aber auf Ravelry gibt es bereits ein deutsche Hilfe in der knitCompanion-Gruppe: Deutsche Unterstützung.

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Als Garn habe ich diesmal DROPS BabyAlpaca Silk genommen: soooo schön weich, und es fällt wunderbar. Mit 70% Alpaka-Anteil hält es dazu noch wunderbar warm; es ist aber mit nur 350 g trotzdem ein erstaunlich luftiger und leichter Pulli geworden.

Leaving von Anne Hanson
DROPS BabyAlpaca Silk von Garnstudio, gekauft bei Lanade
3609 (red)
3,25 mm + 3,5 mm + 3,75 mm
L
ca. 350 g
17,15€

Thema: FO (Fertiges), Stricken | Kommentare (0) | Autor:

Auferstanden von den Toten

Freitag, 10. Mai 2013 13:35

Au weia, ich hab ja schon über ein halbes Jahr nix mehr geschrieben hier!

Gestrickt habe ich in der Zeit natürlich trotzdem noch, und es sind auch einige schöne Sachen dabei herausgekommen. Aktuell dieser Aran-Pullover nach einer (englischsprachigen) Anleitung von Tanis Lavallée: I Heart Aran.

I_Heart_Aran_front

Die Anleitung ist ein bisschen lieblos geschrieben: an mehreren Stellen sind die Angaben ungenau oder schlicht falsch. Wer ein bisschen Strickerfahrung hat und sich vorher die Notizen bei den dazugehörigen Ravelry-Projekten durchliest, wird aber sicher trotzdem damit zurechtkommen. Ich hatte die Anleitung geschenkt bekommen; selbst würde ich dafür kein Geld mehr ausgeben.

I_Heart_Aran_collar

Das Muster vorne ist recht eingängig und nach einer Weile auch ohne ständiges Schielen auf die Anleitung (sowohl in Chart-Form als auch ausgeschrieben) zu stricken.

I_Heart_Aran

Mein Pullover ist aus dem Garn Alta Moda Cocoon von Lana Grossa gestrickt, das ist ein Merino/Seide/Nylon-Gemisch, und der Faden selbst sieht aus wie mit der Strickliesel hergestellt (oder wie I-cord, für die anglophilen Stricker). Schön leichtes Garn mit ganz leicht ombrierten Farbton, dadurch wirkt der Pulli insgesamt etwas lebendiger als bei uni-farbenem Garn.

I Heart Aran

Der Pulli sitzt super und verschwindet bestimmt nicht direkt in einer dunklen Schrankecke bei den Wintersachen, dafür ist er viel zu leicht, auch wenn er auf den ersten Blick nach Winterpulli aussieht. Gerade bei den Temperaturen unter zwanzig Grad zurzeit ist das genau das richtige für meinen Geschmack.

Als nächstes stehen passende Stulpen mit dem gleichen Muster auf dem Programm – Anstrickfotos folgen in Kürze!

Thema: FO (Fertiges), Strickanleitungen, Stricken | Kommentare (4) | Autor:

Bel Air

Sonntag, 20. November 2011 15:50

Haltet Euch fest: Ich habe es tatsächlich geschafft, einen Pullover rechtzeitig zur kalten Jahreszeit fertig zu stricken!

Und dabei ist das noch nichtmal einer, den ich schon vor Jahren angefangen hatte und jetzt nur noch zusammen nähen musste oder so. Nein, nein, den Bel Air habe ich am 17. September 2011 angeschlagen, und zwei Monate später ist er fertig — trotz Nadelstärke 3mm und ewig viel Glatt-rechts-Gestricke (nur das Vorderteil hat ein Muster).

Die englischsprachige Anleitung für diesen Pullover stammt von Anne Hanson; ihr könnt sie auf Ravelry oder direkt auf der Webseite von Knitspot für $8 kaufen. Wie auch schon bei Leaving ist die Anleitung klar gegliedert und leicht verständlich formuliert. Es gibt Fotos und Schemazeichnungen vom fertigen Pullover sowie ein Chart für das Lochmuster vorne. Das ist übrigens sehr leicht zu stricken, nach ein paar Mustersätzen brauchte ich die Vorlage schon gar nicht mehr.

Das Garn ist Wollmeise 100% Merino in der Farbe „Maus, jung“, die ich mehrere Stunden nach einem Update noch auf der Shopseite entdeckt hatte. Insgesamt sind 450g in dem Pulli, also drei Stränge. Für kleinere Größen kommt ihr sicher auch mit weniger aus. Die Anleitung gibt es in sieben verschiedenen Größen von XS bis 3X, mein Pullover hat die Größe L.

Im Wesentlichen habe ich mich an die Anleitung gehalten, bloß ein paar verkürzte Reihen und einige Maschen zwischen den Mustersätzen habe ich eingefügt, damit’s über dem Busen nicht so spannt. Im Nachhinein würde ich die vertikalen Extra-Maschen wohl eher gleichmäßig verteilen, anstatt sie alle an einer Stelle einzusetzen, aber dafür ribbel ich das Vorderteil jetzt nicht nochmal auf.

Insgesamt bin ich sowohl mit der Anleitung, dem Garn und vor allem dem fertigen Pullover sehr zufrieden.

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Simmer Dim

Dienstag, 16. August 2011 18:02

So schnell habe ich schon lange nichts mehr fertig gestrickt: Am Freitag Abend habe ich ein neues Tuch angeschlagen weil meine ganzen UFOs mir zu blöd waren, und am Montag lag das Ding fertig gespannt auf dem Esszimmertisch. o.O

Das Garn dazu hat eine lange und wundersame Wandlung hinter sich, es kam nämlich ursprünglich als handgefärbte Merinowolle in knallbunten Farben zu mir.

Was man auf dem Foto nicht erkennt: dieses Kanarienvogelgelb machte den größten Anteil der Farbe aus, und gelb ist nun so gar nicht meine Farbe. Beim Spinnen war ich dann auch nie so richtig mit dem Farbverlauf zufrieden, und die Fasern sind erstmal nach ganz unten in die Spinnkiste gewandert.

Zum Glück gibt es aber die Richi und ihre tolle Kardiermaschine, sodass ich die Farben neu zusammenmischen konnte.

Aus den etwa 100g, die ich zu diesem Zeitpunkt noch übrig hatte, habe ich zwei neue batts kardiert, ein gelb-grünes, und eins das mehr in herbstlich-braune geht. Versponnen habe ich das Ganze im langen Auszug am Spinnrad, um noch möglichst viel Lauflänge heraus zu holen. Zum Zwirnen mit der Handspindel habe ich mir dann hübsche Zwirnknäule gewickelt.

Mit der Spindel habe ich gezwirnt, um schneller richtig viel Zwirndrall auf das Garn geben zu können. Die fluffigen Einzelfäden wirkten nämlich recht zebrechlich, und irgendwo muss das Garn ja am Ende seinen Halt herbekommen.

Ich weiß nicht mehr genau, zu welcher Jahreszeit ich das gezwirnt habe. Um irgendeinen Feiertag herum war das, aber welcher bloß?

Frisch von der Spindel und mit so viel Drall sah das Garn natürlich erstmal merkwürdig aus:

Nach einem heißen Wasserbad war aber alles wieder gut und das Garn hätte sich ganz normal verstricken lassen. Wenn ich denn eine passende Anleitung dafür gefunden hätte! Wo ich nun schon soviel Arbeit da rein gesteckt hatte, wollte ich nicht einfach das erstbeste Tuchmuster nehmen, und so besonders viel Garn war es ja ohnehin nicht. Also lagen auch die fertigen Stränge erstmal eine ganze Weile lang unten in einer dunklen Kiste und machten sich langsam schon Sorgen, ob ich sie wohl ganz und gar vergessen hätte.

Bis ich eben am oben erwähnten Freitag endlich mal wieder was neues schönes tolles stricken wollte und mir kurz entschlossen die Anleitung für Simmer Dim von Gudrun Johnston gekauft und direkt losgestrickt hab.

Ich weiß nicht wieso, aber ich hatte ganz vergessen, wieviel Spaß das Stricken machen kann, wenn alles zusammenpasst: schönes Garn, das sich toll anfühlt; Farben, die miteinander harmonieren und das Muster gut zur Geltung bringen; eine gut geschriebene und leicht zu befolgende Anleitung und nicht zuletzt ein verregnetes Wochenende auf dem Sofa.

Das Muster ist super einfach zu stricken und trotzdem interessant genug, dass man sich dabei nicht langweilt. Bloß der Abkettrand mit den ewig vielen Picots zieht sich ein bisschen lang hin, aber irgendwas ist ja immer.

Das Tuch trägt sich wunderbar leicht und kuschlig, und ich habe die Freude am Stricken endlich wiederentdeckt. Das nächste Projekt ist auch schon auf den Nadeln, mehr dazu in den nächsten Tagen.

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Wollige Wärme

Sonntag, 27. Februar 2011 12:40

Bisher fand ich Wärmflaschen irgendwie ungemütlich und habe lieber selbstgenähte Dinkelkissen zum Aufwärmen an kalten Tagen benutzt. Mit so einem wollig weichen Überzug könnte ich mir das eventuell nochmal anders überlegen:

Die Anleitung dafür nennt sich Toasty Cozy und ist als kostenloses PDF (auf Englisch) zu haben. Ein paar kleine Fehler und Unklarheiten sind leider drin, einem blutigen Strickanfänger würde ich die Anleitung also nicht empfehlen.

Das Garn ist organic pure chunky von Rico Design, ein dickes unverzwirntes Garn aus reiner Schurwolle. Das Garn gibt es in sechs verschiedenen Naturtönen, meins ist ein mittleres Grau (Farbe 005) mit leichten helleren und dunkleren Grauschattierungen. Das Zopfmuster kommt ganz gut zur Geltung; ich bin gespannt, ob das Garn mit der Zeit pillt.

Weil ich keine passende Rundnadel hatte, habe ich mir ein Nadelspiel aus Acryl von KnitPro besorgt, in knallpink:

Damit strickt es sich erstaunlich gut: die Spitzen laufen schön spitz zu, das hat das Verzopfen erleichtert, und die Nadeln sind recht glatt, da ließ sich auch die dicke Wolle leicht hin- und herschieben. Und natürlich sind die Nadeln viel leichter als vergleichbare Nadeln aus Holz oder Metall (bei Bambus bin ich mir nicht sicher).

Die Nadeln heißen Spectral Flair Acryl, sie sind 20 cm lang und in Größen von 5 mm bis 12 mm erhältlich.

Toasty Cozy
32 cm x 20 cm, passt über eine 2l Wärmflasche
organic pure chunky
005 (mittelgrau)
5,5 mm
knapp 100 g
8,80€

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Schlichter Schal

Samstag, 5. Februar 2011 16:16

Letztes Jahr im Juli sind wir umgezogen, und das erste Möbelstück in der neuen Wohnung war natürlich ein Spinnrad:

Spinnrad mit Stuhl und Spinnfaser davor in leerem Zimmer

Das hat mir während der stressigen Phasen mehr als einmal den Verstand gerettet — ohne meine 15-minütigen Spinnpausen wäre ich bestimmt öfter mal die Wände hochgegangen. Dabei war es sicher auch sehr hilfreich, dass sich die Merinofasern von Dornröschen-Wolle so schön leicht verspinnen ließen. Die hatte ich auf dem Spinntreffen in Nordenham gekauft, weil mir die Farben sofort ins Auge gesprungen waren.

Um den Farbverlauf zu erhalten habe ich den Faden Luftmaschen-gezwirnt (navajo-ply), dabei ist ein wunderbar weiches Garn herausgekommen:

Das Garn habe ich dann direkt im Anschluss zu einem ganz schlichten Schal verstrickt:

Das war dann auch das erste fertig gestrickte Teil in der neuen Wohnung, bloß hatten wir da noch keinen vernünftigen Internetanschluss und ich bin kaum zum Bloggen gekommen. Wird dieses Jahr aber alles nachgeholt, versprochen.

kraus rechts gestricktes Rechteck 😀
130 cm x 15 cm
Handgefärbte Merinowolle im Kammzug von Dornröschen Wolle
selbst gesponnen, 3-fädig gezwirnt
606 (orange/rot/lila)
3,5 oder 4 mm, weiß ich nicht mehr so genau
ca. 100 g
9,00€

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Warme Füße zu Weihnachten

Donnerstag, 27. Januar 2011 20:23

Für Stricker sind Leute mit chronisch kalten Füßen kein Grund zum Mitleid, sondern eine Herausforderung. Deshalb hatte ich für eine gewisse fußkalte Dame bereits im April ein Paar Socken gestrickt, von denen leider nur dieses fürchterliche Blitzlichtfoto existiert:

Gestrickt nach der Anleitung Kai-Mei aus dem Buch Sock Innovation von Cookie A. Das mit dem Lochmuster war in Anbetracht der Problemlage vermutlich keine besonders gute Idee. Dazu kommt, dass die Socken etwas zu groß  geraten sind (passiert mir immer noch viel zu oft). Das Garn ist handgefärbte Rewollutionswolle aus dem Frankfurter Laden Rewollution, der mittlerweile leider geschlossen ist (den Online-Shop gibts aber noch).

Zu Weihnachten dann ein neuer Versuch, diesmal mit Kniestrümpfen. Die Anleitung stammt aus dem Buch Knitting Vintage Socks von Nancy Bush und nennt sich umständlich Cycling or Golf Stockings with Fancy Cuff in Trellis Pattern.

Nachdem ich mir die Projekte zu dieser Anleitung auf Ravelry angesehen hatte, war klar, dass ich das Muster oben direkt ansetzen und nicht zum Umschlagen stricken würde. Erstens, weil ich mir nicht ganz sicher war, ob ich mit einem Strang Wolle auskommen würde (eine Sorge, die sich später als unbegründet herausgestellt hat), und zweitens, weil ich Schiss hatte, dass die Socken sonst oben zu eng werden würden. Wurde die erste Socke trotzdem, weshalb ich den ganzen Mustersatz abtrennen, neu stricken und wieder ansetzen durfte. Ich habe viel und farbig geflucht vor Weihnachten.

Auch diese Socken sind ein bisschen groß geraten, und sie rutschen. Dafür sind sie aber laut Auskunft der oben erwähnten Dame herrlich warm und werden nicht wieder herausgerückt, um Experimente mit Gummifäden o.ä. zwecks Erhöhung der Rutschfestigkeit zu unternehmen.

Das Garn ist Wollmeise, ein Strang 80/20 Twin We’re Different (vermutlich Mistelzweig) und Reste von 100% Merino Superwash in Brombeere. Der eine Strang in grün hat locker für die Kniestrümpfe (inklusive neu stricken des Musterteils) gereicht.

Merkliste fürs nächste Mal:

  • Kniestrümpfe > Socken
  • Socken kleiner stricken
  • kein Lochmuster
  • kein verflixtes Mehrfarbenstricken
  • Günters Größe 39 != anderer Leute Größe 39

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