Beiträge vom Februar, 2009

Aus alt mach neu

Montag, 16. Februar 2009 9:51

Neulich hält mir mein Göttergatte einen Pulli unter die Nase: “In welche Wäsche gehört denn der?” Da hat er einen alten Sommerpulli ausgegraben, den ich vor Jahren mal gestrickt und ungefähr zweimal an hatte, weil er viel zu kurz geraten und nicht gerade schmeichelhaft war.

Zum Wegschmeißen war er mir dann doch zu schade, das Garn ist nämlich ein richtig schönes: Perla von Lana Grossa (mittlerweile nicht mehr im Programm), ein Bändchengarn aus Seide mit Baumwolle und Mikrofaser, sehr weich und leicht.

Also war Ribbeln angesagt. Gar nicht so einfach, wenn alle Fäden sorgfältig vernäht sind und alle Nähte schön fest sitzen. Drei Folgen Rom später hatte ich endlich sieben Stränge Ribbelgarn vor mir liegen. Die sahen ziemlich knittrig aus, aber nach einem warmen Bad und zwei Tagen faul rumhängen an der frischen Luft gefallen sie mir wieder richtig gut.

Für einen neuen Pulli reicht es nicht mehr, aber mir spukt schon eine Idee für eine Weste im Kopf herum.

Thema: Stricken | Kommentare (0) | Autor: Annkari

Boutique Knits

Samstag, 14. Februar 2009 6:28


Neulich kam Strickpost ins Haus geflattert:
Boutique Knits von Laura Irwin.

20 Anleitungen für Schals, Mützen, Handschuhe und Taschen mit ausgefallenen Design-Elementen, dazu Tipps zum Einsatz von Verschlüssen, Schmuck-Verzierungen und eigenen Etiketten.

Zu jeder Anleitung gibt es mindestens zwei Fotos, die das Projekt als Ganzes und wichtige Details deutlich darstellen (schade eigentlich, das so etwas erwähnenswert ist — leider habe ich das auch schon ganz anders erlebt).

Besonders der Sideways Grande Hat hat es mir angetan, den musste ich direkt anschlagen. Ja, das ist so knallig pink, wie es auf dem Foto rauskommt. Schmuddelbraunherbstfarbene Mützen habe ich jetzt nämlich genug.

Die Maschenproben-Angabe bei der Anleitung ist übrigens mit Vorsicht zu genießen: Den Kommentaren auf Ravelry nach hat wohl kaum jemand mit Nadelstärke 6 mm und Garn in der Originalstärke die 22,5 Maschen auf 10 cm Rippenmuster hinbekommen. Ich musste auch auf 5 mm und deutlich dünneres Garn wechseln, bevor’s passte. 

Auch direkt in meine Warteschlange gewandert sind die Teak Bittersweet Gauntlets. Warum muss ich mir eigentlich ausgerechnet gegen Ende des Winters in solche Anleitungen vergucken?

Thema: Strickbücher, Stricken | Kommentare (10) | Autor: Annkari

Raider heißt jetzt Twix

Mittwoch, 11. Februar 2009 17:47

… und Knit Picks Nadeln heißen in Deutschland KnitPro. Über die schlecht übersetzte Firmenseite sag ich mal lieber nix. Auf Ravelry haben schon einige gemutmaßt, das wären nur billige Kopien der Knit Picks Produkte — tatsächlich sind es aber genau die gleichen Nadeln unter anderem Namen. Das hat wohl markenrechtliche Gründe. Mir gefällt aber die Geschichte viel besser, dass Pick im Niederländischen etwas unanständiges bedeutet und sie den Namen deshalb ändern mussten.

Langer Rede, verlängerter Sinn: meine KnitPro Seilverlängerer von KnittyBitty sind heute angekommen. In dem kleinen Päkchen haben sich die Nadeln von Knit Picks und KnitPro offenbar gut miteinander vertragen — ob das an den Schäfchen-Maßbändern von Lantern Moon lag?

Den Schäfchen kann man ein Maßband aus dem Fellpopo ziehen, das praktischerweise in Zentimeter und in Zoll eingeteilt ist. So spart man sich bei amerikanischen Anleitungen das lästige Umrechnen. Und niedlich sind sie auch noch.

Thema: Stricken | Kommentare (1) | Autor: Annkari

Drahtseilakt Zwirnen

Sonntag, 8. Februar 2009 13:11

Wenn ich selber spinne, ist mein Ziel meistens ein ausbalanciertes Garn, das sich verstrickt auch nach dem Waschen nicht mehr verzieht. Diese Balance zu finden ist nicht immer ganz einfach.

Direkt nach dem Spinnen sieht man den Einzelfäden noch ganz gut an, wieviel Zwirndrall sie gerne hätten: man muss sie einfach nur mit sich selbst verdrehen lassen. Leider komme ich in den seltensten Fällen dazu, frische Fäden zu verzwirnen. Dann hat sich der Drall in den Fäden schon gesetzt, und ich muss nach Gefühl zwirnen.

Früher dachte ich immer, wenn das Garn nach dem Zwirnen lose von der Spule hängt, bzw. wenn der daraus gewickelte Strang sich nicht um sich selbst dreht, habe ich ein schön balanciertes Garn. Dann habe ich viel von Abby Franquemont gelesen und gemerkt, dass das nicht immer so sein muss. (Besonders aus Ihrem Beitrag zum Thema Zwirnen habe ich viel gelernt: Plying, with video!)

Das habe ich jetzt mit meinen BFL-Resten auf der Spule ausprobiert: Die Spule lag schon einige Tage faul auf dem Couchtisch, bevor ich den Restfaden Navajo-gezwirnt habe — bewusst mit mehr Drall, als ich sonst nehmen würde. Direkt von der Spule sah das Ganze so aus:

Nicht gerade das, was man sich unter einem ausgeglichenen Faden vorstellt, oder? Dann gings rund (wir stellen uns im Hintergrund die Trainingsmontage-Musik aus Rocky vor): Erst 30 Min. in heißem Wasser und Wollwaschmittel eingeweicht, danach abwechselnd mit heißem und kalten Wasser ausgespült. Zum Abschluss den Strang noch ein paar Mal kräftig gegen die Wand geklatscht.

Wenn es z.B. Sockenwolle werden soll, muss ich die nach den Spinnen nicht wie ein rohes Ei behandeln und nur ganz vorsichtig in Regenwasser schwenken. Die soll ja schließlich nach dem Stricken einiges aushalten, da kann sie ruhig vorher schon ihr wahres Gesicht zeigen. Wer sich in dieser Phase schon als Memme heraus stellt und unter dem Druck zerbricht zerreißt, fliegt eh raus.

Der Strang hing unbeschwert eine Nacht zum Trocknen, heute sieht er so aus:

Hättet Ihr das gedacht? Ich ehrlich gesagt nicht. Der Faden hat noch einen ganz kleinen Tick zu viel Drall, der Strang hängt aber supergerade und entspannt. Bei Gelegenheit stricke ich mal eine Maschenprobe, um zu gucken, ob sich dabei was verzieht. Glaube ich aber eher nicht.

Das Garn fühlt sich übrigens trotzdem noch schön weich und fluffig an, ich bin echt beeindruckt!

Thema: Spinnen | Kommentare (6) | Autor: Annkari

Mein erstes Cablé-Garn

Donnerstag, 5. Februar 2009 17:43

Am Wochenende ist mein erstes Cablé-Garn fertig geworden, aus Bluefaced Leicester Fasern von Flawful Fibers.

Für Cablé-Garne werden die Singles erst mit extra viel Drall zu einem zweifädigen Garn verzwirnt, und dieses dann mit sich selbst noch einmal in Gegenrichtung verzwirnt. Das ergibt ein sehr stabiles und relativ dichtes Garn. Theoretisch.

Praktisch habe ich sowohl bei den Singles als auch beim ersten Zwirnen viel zuwenig Drall auf die Fasern gegeben, sodass ich am Ende beim letzten Zwirnen auch nur mit wenig Drall arbeiten konnte, sonst wäre mir die erste Zwirnung wieder auseinander gegangen. Im Endergebnis habe ich jetzt ein sehr weiches, lockeres und leichtes Garn, von der Stärke her etwas dicker als 4-fache Sockenwolle.

Leider habe ich vorm Knäuelwickeln vergessen, die Lauflänge zu bestimmen. Es kommt mir aber für ein 4-fach gezwirntes Garn ziemlich viel vor, ich würde auf 400-500 m tippen. Trotz der Fluffigkeit stricke ich daraus Socken, allein schon um zu testen, ob die wirklich so schnell kaputt gehen wie man annehmen könnte. Die Anleitung für dieses Muster gibt es kostenlos bei Hello Yarn (auf Englisch).

Von der Faser sind noch 120 g übrig, damit spinne ich gerade nochmal so ein Cablé-Garn, diesmal aber mit deutlich mehr Drall. Ich bin gespannt, wie sich die beiden Garne am Ende unterscheiden — und ob die Socken daraus unterschiedlich schnell Löcher bekommen.

Thema: Spinnen | Kommentare (3) | Autor: Annkari

Bananenkuchen-Rezept

Sonntag, 1. Februar 2009 12:42

Weils gestern beim Spinntreffen so gut geschmeckt hat, hier das Rezept für den Bananenkuchen:

Zutaten

250 g Margarine
180 g Zucker
4 Eier
300 g Mehl
1 TL Backpulver
100 g Rosinen
100 g gemahlene Haselnüsse
½ TL Zimt
1 TL Kakao
3-4 Bananen in Scheiben

 

Zubereitung
Margarine, Zucker und Eier in einer Schüssel schaumig schlagen. Die Rosinen mit etwas Mehl einstäuben, damit sie nicht aneinander kleben. Das Backpulver mit dem Mehl vermischen, damit es keine Klümpchen bildet. 2 oder 3 Bananen (von den großen Chiquita-Riesenbananen reichen zwei, von den leckeren kleinen, schon leicht braunen Bio-Bananen tue ich drei in den Kuchen) in Scheiben schneiden oder einfach klein rupfen.

Alle Zutaten in die Schüssel geben und zu einem weichen Teig verrühren. Teig in eine gefettete Springform geben (Kastenformen gehen auch, dann braucht man für diese Menge Teig aber glaube ich zwei). Eine Banane in Scheiben schneiden (diesmal nicht rupfen!) und dekorativ auf dem Kuchenrand platzieren. 

Den Kuchen ca. eine Stunde lang bei 180-190°C im Ofen (E-Herd, die Temperatur für Umluftherde weiß ich leider nicht) backen. Vorsichtig aus dem Ofen holen, aus der Form nehmen und auskühlen lassen.

Schmeckt sehr lecker mit einem Klecks Sahne. Guten Appetit!

Thema: andere Hobbys | Kommentare (4) | Autor: Annkari