Mittwoch, 6. September 2006 18:22
Manchmal weiß ich gar nicht mehr, was ich zu meinen Kundinnen noch sagen soll … Heute war wieder so ein Tag:
Kundin: Wo haben Sie denn Ihre Strumpfwolle?
ich: *zeig* Hier. Das ganze Regal hier ist Strumpfwolle.
Kundin (guckt auf die Preise): Waaas?! So teuer ist die? Ich bin doch nicht Krösus! Ich kriege bloß Hartz IV!
ich: Also, ab 5,90€ aufwärts bekommen Sie Wolle für ein Paar Socken. Die sind dann auch waschmaschinenfest, filzfrei und farbecht. Und selbstgestrickte Socken halten auch jahrelang.
Kundin: Nein, nein, nein, das geht nicht. Ich muss bis Weihnachten noch 16 Paar Socken stricken!
ich (erstaunt): Und dafür bekommen Sie nichts von demjenigen, der die in Auftrag gegeben hat?
Kundin: Nein. Ich habe mit meinem Sohn gewettet, und jetzt muss ich 16 Paar Socken stricken.
ich: Wenn es denn nicht so sehr auf die Qualität der Socken ankommt …
Kundin: Doch, doch, er soll die auch tragen!
ich: … dann können Sie mal im Supermarkt gucken: Famila hat sehr günstige Sockenwolle im Angebot. Die Socken halten dann zwar nicht so lange, aber wenn es Ihnen nur um die Wette geht?
Kundin (aufgebracht): Ich muss die Socken stricken, damit mein Sohn lernt, dass man nicht wetten soll!
Hmm, gute Idee! Ich bringe meinen Kindern bei, dass sie nicht wetten sollen, indem ich Wetten mit ihnen abschließe? Und dann auch noch welche, über die ich mir vorher nicht genug Gedanken gemacht habe? Und sobald ich dann feststelle, dass es doch nicht ganz so billig ist, mal eben Sockenwolle für 16 Paar Socken zu kaufen, mache ich eben einen Aufstand im Wollgeschäft. Schließlich bin ich ja nicht Krösus, da müssen die mir doch die Wolle billiger! Oder etwa nicht?!
Ich habe der guten Dame dann noch mal die Vor- und Nachteile der Markenwolle und des Supermarktangebots aufgezählt und ihr dann klar gemacht, dass die Entscheidung letztlich bei ihr liegt. Kurz darauf ist sie dann mit den Worten “Dann muss ich mir jetzt wohl graue Haare wachsen lassen!” davon gestürmt.
Wie gesagt, bei manchen Kundinnen fehlen mir einfach die Worte.